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Wichtigstes Überwinterungsgebiet ist Deutschland
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Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung 18. Februar 2009 00:00 Uhr


Wichtigstes Überwinterungsgebiet ist Deutschland

In Deutschland gibt es drei Schwanenarten, von denen in Niedersachsen nur der Höckerschwan brütet. Sing- und Zwergschwan leben zumeist als Wintergäste bei uns und verbringen damit einen bedeutenden Teil ihres Lebens zum Beispiel im Emsland.

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Höckerschwäne sind leicht zu erkennen – am namengebenden Höcker auf dem orangeroten Schnabel und dem surrenden Fluggeräusch. Kaum bekannt ist die Seltenheit dieser Vögel: Niedersachsenweit brüten nur etwa 900 Paare. Das sind zwar deutlich mehr als jene 50 bis 60, die es 1900 nach intensiver Bejagung noch gegeben hatte.Aber der Bestand geht aus nicht genau bekannten Gründen zurück. Der Höckerschwan wird bis zu 15 Kilogramm schwer und bis zu etwa 30 Jahre alt.

Singschwäne kommen als Wintergäste aus Island, Norwegen, Schweden, Finnland, Russland und dem Baltikum ins Emsland, die meisten vermutlich aus Finnland. Rund 100000 Tiere ziehen Jahr für Jahr aus dem hohen Norden ins wärmere Kontinentaleuropa, 29500 davon nach Deutschland und bis zu 750 ins Emsland. Ein Exemplar flog vom Emsland aus 3100 km weit bis nach Russland, wo sein Halsring an der Barentssee gefunden wurde – Rekord. Singschwäne sind wie alle Schwäne europaweit geschützt, im Bestand aber nicht gefährdet. Seit 1990 brüten auch einige wenige Paare in Brandenburg, Sachsen und Schleswig-Holstein.

Zwergschwäne dagegen stehen schlechter da. Ihre Zahl nimmt europaweit ab, vermutlich weil der Bruterfolg in ihrer Heimat, der Tundra Nordrusslands, seit vielen Jahren zu niedrig war. Zwergschwäne sind mit höchstens acht bis neun Kilogramm wesentlich leichter als Singschwäne (bis zu 15 kg) und lassen sich vor allem an der Schnabelfärbung (siehe Fotos) von diesen unterscheiden. 20000 Tiere verbringen den Winter in Europa, davon bis zu 2800 – oder 14 Prozent des Bestandes – im Emsland, das damit wichtigster Überwinterungsort für Zwergschwäne in Deutschland ist.

Im Emsland hat sich die Überwinterungskultur der Schwäne in den vergangenen Jahrzehnten geändert. Als die Ems noch kaum eingedeicht war, rasteten die Tiere vor allem im nördlichen Emstal auf feuchten Wiesen. Inzwischen weichen sie nach der teilweisen Zerstörung ihrer ursprünglichen Rastplätze nachts auf neu geschaffene Sandentnahmestellen und wiedervernässte Moore aus. Dadurch haben sich die Bestände ins südliche Emsland verlagert. Ihr Futter suchen sie tagsüber nun auf Mais-, Raps- und Kartoffeläckern, die ebenfalls stark zugenommen haben. Schwäne leben übrigens – im Gegensatz zu vielen Störchen – tatsächlich ein Leben lang als Paar zusammen, sie bleiben auch ihren Nestern treu und bauen sie Jahr für Jahr aus.

Die Behauptung, dass ziehende Schwäne vor einigen Jahren die Vogelgrippe eingeschleppt haben, ist umstritten bis unhaltbar. Bisher gibt es nach Angaben von Experten keinen Beweis dafür, dass ursprünglich Schwäne die Krankheit mitbrachten. Sie können zwar erkranken, im Emstal finden sich aber keine toten Tiere. Axel Degen und seine Mitstreiter haben von 2002 bis 2007 in Ostfriesland 323 Höckerschwäne beprobt – kein einziger trug hochpathogene Grippeerreger in sich.


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