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Erklärte Gegner des Konzils: Was Piusbruderschaft und Exkommunikation bedeuten
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Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung 07. Februar 2009 00:00 Uhr


Erklärte Gegner des Konzils: Was Piusbruderschaft und Exkommunikation bedeuten

Der Eklat um die angestrebte Wiedereingliederung von vier Traditionalisten-Bischöfen in die katholische Kirche hat viel Staub aufgewirbelt. Dazu einige Fragen und erklärende Antworten.

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Was sind Traditionalisten-Bischöfe?

Sie erkennen nicht das Zweite Vatikanische Konzil an, das von 1962 bis 1965 in Rom tagte und Reformen in der katholischen Kirche einführte. Dazu gehören Gottesdienste in der Landessprache statt ausschließlich in Latein. Erzbischof Marcel Lefebvre (1905–1991) und seine Anhänger lehnten zentrale Aussagen des Konzils ab. Lefebvre wurde 1976 von Papst Paul VI. des Amtes enthoben. 1988 wurde der Erzbischof exkommuniziert, nachdem er gegen die Anweisung von Papst Johannes Paul II. vier Bischöfe geweiht hatte, darunter den Briten Richard Williamson. Die Traditionalisten-Bischöfe sind somit nicht vom Papst ernannt und gegen das Verbot aus Rom geweiht worden.

Was ist eine Exkommunikation?

Eine befristete oder unbefristete Kirchenstrafe, die wegen eines bestimmten Vergehens verhängt wird oder nach einer bestimmten Tat automatisch eintritt. Die Exkommunikation bedeutet den Ausschluss aus der Gemeinschaft der Kirche, nicht jedoch aus der Kirche selbst (das ist nach katholischem Verständnis bei einem Getauften unmöglich). Ein Exkommunizierter verliert alle Ämter und Rechte in der Kirche. So ist er nicht berechtigt, die Sakramente, etwa die Kommunion, zu empfangen. Für die Lefebvre-Bischöfe hat der Vatikan die Exkommunikation am 24. Januar aufgehoben.

Was ist die Priesterbruderschaft Pius X.?

Sie wurde von Erzbischof Lefebvre gegründet und wirft dem Vatikan vor, „neo-modernistisch“ zu sein. Eines ihrer Priesterseminare steht in Zaitzkofen bei Regensburg. Im Unterschied zur abtrünnigen Piusbruderschaft hat die ebenfalls konservative Petrusbruderschaft die Trennung von Rom nicht vollzogen.

Welche Tätigkeit dürfen die Traditionalisten-Bischöfe jetzt ausüben?

Die Kirchenstrafe der Exkommunikation ist zwar aufgehoben, alle Bischöfe bleiben aber suspendiert (des Amtes enthoben). Sie dürfen nach wie vor keine Sakramente spenden.

Kann der Papst die Aufhebung der Exkommunikation rückgängig machen?

Das ist unter Wissenschaftlern umstritten. Der Münsteraner Kirchenrechtler Klaus Lüdicke verneint das. Das sei nur möglich, wenn sich die Traditionalisten-Bischöfe eines neuen kirchenrechtlichen Vergehens schuldig machten. Dies treffe bei der Leugnung des Holocaust aber nicht zu. Der Trierer Kirchenrechtler Peter Krämer sagte dagegen dem „Kölner Stadtanzeiger“, auch wenn es nicht um eine Glaubenswahrheit gehe, habe „das päpstliche und bischöfliche Lehramt auch die Pflicht, zu ethischen und sozialen Fragen Stellung zu nehmen und einzuschreiten, wenn aus dem Raum der Kirche die Würde des Menschen verletzt wird“.



 
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