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Tippspiel
Auf Augenhöhe mit der Weltgeschichte
Varus und Arminius, zwei Männer, ein Verrat. Annius und Thiudgif, ein gefreiter, ein germanisches Mädchen und eine zärtliche Liebe. Keine Angst! Wer die beiden letzteren Namen nicht kennt, muss sich keiner Bildungslücke schämen, denn Annius und Thiudgif sind erfunden. Den Fokus hin zu den kleinen Geschichten am Rand der Weltgeschichte richtet die Autorin Iris Kammerer in ihrem Roman, der ganz einfach so heißt, wie der römische Statthalter: „Varus“.
Beschwerlicher Marsch
Schlammig, regnerisch, eng, kurzum beschwerlich ist der Weg des Trosses durch germanischen Wälder. Die Kleidung ist klamm und kalt, die Angst vor einem Verrat dringt immer mehr ins Bewusstsein der Legionen und der Germanen, die den Zug begleiten.
Die nadelstichartigen Überfälle werden häufiger und grausamer. Auf Augenhöhe mit dem einfachen Fußvolk schildert Kammerer die tragische Schlacht, wobei sie Weltgeschichte und Liebesgeschichte geschickt miteinander verwebt. So ist es Thiudgif, die den Verrätern lauscht. Und Annius, der die Puzzleteile zusammen fügt – und selbst über das Bild erschreckt, das dabei entsteht.
Packende Schilderung des Varusschlacht
Nach ihrer Trilogie um Gaius Cornelius Cinna ist Iris Kammerer mit „Varus“ eine lebendige und erzählerisch packende Schilderung der Varusschlacht gelungen, die unter die Haut geht, weil sie sich nah an die handelnden Personen wagt – an die weltgeschichtlich Großen und die Kleinen.
Iris Kammerer: „Varus“. Heyne, München 2008. 464 Seiten. 8,95 Euro.





