17.09.2011, 08:22 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Amtseinführung von Gerd Beckmann Berge: Haupt- und Realschule hat einen neuen Schulleiter

Der neue „Häuptling“ der Haupt- und Realschule Berge: Gerd Beckmann (Dritter von links). Gratulanten waren unter anderen der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister Johannes Nyenhuis (links), der Regierungsschuldirektor Norbert Szczepanek sowie Berges Bürgermeister Volker Brandt (rechts). Foto: Jürgen AckmannDer neue „Häuptling“ der Haupt- und Realschule Berge: Gerd Beckmann (Dritter von links). Gratulanten waren unter anderen der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister Johannes Nyenhuis (links), der Regierungsschuldirektor Norbert Szczepanek sowie Berges Bürgermeister Volker Brandt (rechts). Foto: Jürgen Ackmann

Berge. Normalerweise sei er selten nervös. Dieses Mal aber schon. Wie ein Hahn ohne Kopf habe er sich am Vormittag bisweilen gefühlt. Das sagte am Freitag um 14.30 Uhr einer, dem in den eineinhalb Stunden zuvor viel Lob zuteil geworden war. Vom dem alle gesagt haben, er sei der richtige Mann an der richtigen Stelle: Gerd Beckmann. Er ist nun mit allen Ehren in das Amt des Schulleiters der Haupt- und Realschule in Berge eingeführt worden.

Es gibt wohl nicht viele, die die Geschichte des Gebäudes am Sonnenberg und die Menschen, die es Jahr für Jahr mit Leben erfüllt haben, besser kennen als Gerd Beckmann. Nach Lehrerstationen in Quakenbrück, Badbergen und Menslage ist er der Schule seit mehr als 27 Jahren verbunden. Seit 1994 ist er zudem Konrektor der Schule gewesen und zwischendurch immer mal wieder kommissarischer Leiter – 1998/99, 2004/2005 sowie seit 2009. In all dieser Zeit erwies er sich als „Teamplayer“, als „Ideengeber“, als „Antreiber“, als stets „engagierter und motivierender Pädagoge“, wie die Redner – egal, ob aus der Schulgemeinschaft, aus der Kommunalpolitik, der Kirche, von Rotary oder aus der Wirtschaft kommend, wohlwollend anmerken. Und so war es auch kein Zufall, dass nach dem Weggang von Schulleiter Wolfgang Deffner alle für die „Lösung Beckmann“ waren – auch, wenn noch 30 Monate bis zur Amtseinführung ins Land gehen sollten, wie Hermann Schnieders in seinen „Gedanken des Personalrates“ anmerkte.

Nun also ist die gewünschte „langfristige und interne“ Lösung für den Schulleiterposten da. Allemal Grund genug für einen Festakt. Die Amtseinführung nahm Regierungsschuldirektor Norbert Szczepanek vor. Auch er würdigte Gerd Beckmann als ebenso engagierten wie mannschaftsdienlichen Pädagogen, der im positiven Sinne immer wieder für Überraschungen gut sei, um sodann eine kaum enden wollende Liste von Aktivitäten und Aktionen zu präsentieren, die dennoch nur einen Ausschnitt aus dem Schaffen von Gerd Beckmann darstellte.

Dem Lob und der Anerkennung hatte Norbert Szczepanek einige Anmerkungen zum Lebenslauf des neuen Schulleiters sowie zur Organisation von Schule vorangeschickt. Da war die Rede von der Bedeutung der Kommunikation, von der pragmatischen Zähmung der Unordnung oder vom weit gefassten Tätigkeitsfeld eines Schulleiters, der Personalentwickler, Finanzmanager, Organisator und vieles mehr sein müsse.

Einen Rat hielt Norbert Szczepanek auch noch in Anlehnung an ein „Dakota-Sprichwort“ bereit: „Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest, steige ab.“ Süffisant ließ er diesem Satz das komplette Instrumentarium folgen, mit dem heute in der Gesellschaft hantiert wird, um selbst toten Pferden doch noch etwas abzugewinnen – vom Qualitätszirkel über Zertifizierungsaktionen bis hin zu klassischen Arbeitsgruppen. Ob das Sinn macht, konnten die Gäste am Freitag für sich selbst entscheiden.

Unter den vielen Grußwortrednern, die folgten, sei stellvertretend Anne Hardebeck hervorgehoben. Die Schülerin zeigte, dass sie in der Haupt- und Realschule Berge gelernt hat, die Dinge auf den Punkt zu bringen. Gerd Beckmann sei immer gut gelaunt, mit ihm könnten die Schüler viel Spaß haben. „Machen Sie weiter so.“ Das sagte Anne Hardebeck und erntete viel Applaus dafür. Ein klein wenig ging er sicher auch an die Mitstreiter von Gerd Beckmann in den vergangenen Jahren, wenn es um die Schulleitung ging – an Ulrike Hackmann, Renate Simper, Doris Niggemeier.

Natürlich galt es auch noch, die vielen außerschulischen Aktivitäten von Gerd Beckmann zu würdigen. Eine Liste, die ebenfalls sehr lang ist. Aber es gibt da etwas, dass neben dem Einsatz für das Freizeit- und Integrationszentrum in Quakenbrück von ganz besonderer Bedeutung ist – die flammende Liebe für den Hamburger Sportverein. Sie kann auch durch eine Niederlagenserie nicht getrübt werden. Und so schmetterte Gerd Beckmann ohne Rücksicht auf die Tonlage die Hymne des HSV in die Weiten der Aula der Haupt- und Realschule hinein. Und draußen auf dem Schulhof – da wehte zur Feier des Tages die HSV-Fahne, aufgehängt von Kollegen. Spätestens bei diesem Anblick dürfte bei Gerd Beckmann das Herz höhergeschlagen haben. Dieses Mal nicht aus Nervosität. Sondern einfach aus Freude.


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