29.11.2012, 12:32 Uhr zuletzt aktualisiert vor

„Wir müssen sparen“ Für uns im Bramscher Stadtrat: Ufke Cremer seit den 70ern politisch engagiert

<em>Seine Leidenschaft </em>ist die Malerei: Ufke Cremer an einem seiner Werke im Wohnzimmer. Foto: Yannick RichterSeine Leidenschaft ist die Malerei: Ufke Cremer an einem seiner Werke im Wohnzimmer. Foto: Yannick Richter

Achmer. Der Bramscher Stadtrat hat 39 Mitglieder. Sie entscheiden, welche Straße ausgebaut, wo Kindergärten erweitert werden und wie viel Geld wofür ausgegeben wird. In dieser Serie wollen wir in alphabetischer Reihenfolge die Männer und Frauen vorstellen, die für uns Bramscher im Stadtrat ehrenamtlich tätig sind - heute stellen wir Ufke Cremer vor.

Erstmals politisch engagiert war Ufke Cremer Ende der 70er-Jahre. Damals wurde das Bramscher Jugendzentrum geschlossen, woraufhin Cremer mit Freunden eine Jugendzentrumsinitiative gründete, die sich für ein neues Jugendzentrum einsetzte. Auch in der Folgezeit war Cremer politisch aktiv, ohne dabei jedoch einer Partei zugehörig gewesen zu sein. „Ich sammelte beispielsweise Unterschriften für den Krefelder Appell und setzte mich besonders für die Antikriegs-Bewegung ein“, schildert Cremer seinen Einstieg in die Politik.

Seit Februar 1982 ist Cremer auch in einer Partei aktiv. Gemeinsam mit Gleichgesinnten baute er den Ortsverband Bramsche der Grünen auf und ist dort bis heute Mitglied.

Im Bramscher Stadtrat selbst ist Cremer in seiner zweiten Legislaturperiode. Bereits in der Zeit von 1996 bis 2001 vertrat Cremer die Grünen im Bramscher Stadtrat, ehe er nach zehnjähriger Abstinenz im Herbst 2011 wieder in den Stadtrat gewählt wurde. Heute hat er im Rat einen der wichtigsten Posten überhaupt inne. Er ist nämlich der Vorsitzende des Ausschusses für Steuerung, Finanzen, Wirtschaft und Personal und wird aufgrund der hohen Schuldenlast der Stadt Bramsche stets mit schwierigen Fragen und Entscheidungen konfrontiert.

„Unser Ziel ist es, langfristig den Haushalt zu konsolidieren. Wir haben in der Stadt einen großen Berg an Schulden. Der schmilzt natürlich nicht zusammen, wenn man neue Schulden aufnimmt. Wir müssen also versuchen Geld einzusparen“, erklärt Cremer.

„Die Stadt hat ein Einnahmen- und Ausgabenproblem. Ich denke nicht, dass alle Einnahmequellen schon ausgeschöpft sind oder überhaupt schon gefunden wurden. Daran müssen wir arbeiten“, fährt Cremer bei seinen politischen Zielen fort.

Als im September 2011 der Stadtrat neu gewählt wurde, war Cremer in der Grünen-Fraktion ein Gegner des Jamaika-Modells. „Ich war für ein Gegen-Modell, ein Modell der wechselnden Mehrheiten“, gibt Cremer zu.

„In unserem Ortsverband wurde ich jedoch überstimmt. Glücklicherweise, muss ich heute sagen, denn die Arbeit mit der CDU funktioniert gut. Mit der SPD klappt das nicht so gut, die weichen nur selten von ihrer festgefahrenen Meinung ab“, beschreibt Cremer die Zusammenarbeit der Parteien im Rat.

Beruflich ist Cremer an einer Realschule in Osnabrück tätig. Der 54-jährige Lehrer unterrichtet dort die Fächer Mathematik, Physik, Chemie und Informatik. Das Ehrenamt der Politik beeinträchtige die Arbeit als Lehrer zwar nicht, „trotzdem jagt oftmals ein Termin den nächsten, sodass man selten mal einen freien Abend hat“, verrät Cremer.

Falls Cremer aber doch mal einen freien Abend hat, widmet er sich seinem Lieblingsplatz und seiner großen Leidenschaft: der Malerei. „Leider komme ich in letzter Zeit viel zu selten zu meinem Hobby“, gesteht Cremer.

Für das obligatorische Foto der Serie zeigt Cremer eines seiner vielen Werke, die das Wohnzimmer des Politikers zieren.


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