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„Alle sind sehr betroffen“ - Interview mit Generalvikar Theo Paul
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Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung 22. November 2007 00:00 Uhr


„Alle sind sehr betroffen“ - Interview mit Generalvikar Theo Paul

Uns erreichen zahlreiche verbitterte und wütende Äußerungen nicht nur von Mitgliedern der Kirchengemeinde St. Josef, die nicht fassen können, was mit Herrn Egwim passiert ist. Was können Sie diesen Menschen zurufen?
Zusammen mit den Verantwortlichen in der Gemeinde und auch mit Pfarrer Egwim prüfen wir, was genau vorgefallen ist. Aus meinen Gesprächen mit den Beteiligten kann ich sagen: Alle sind sehr betroffen. Und wir sind uns einig, dass Fremdenfeindlichkeit bei uns keinen Platz hat. Die Gründe, die Pastor Egwim zu seiner Entscheidung gebracht haben, sind offenbar vielschichtig. Ich habe mit Pastor Egwim vereinbart, dass wir in den kommenden Tagen in Osnabrück über alles sprechen.

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Es wird neben den rassistischen Beleidigungen immer wieder von Missverständnissen gesprochen, die es in der Zusammenarbeit mit Pfarrer Egwim gab. Können Sie diese näher erläutern?
Das sind wohl verschiedene Dinge in der täglichen Zusammenarbeit gewesen. Manches ist anscheinend auch ungeschickt oder leichtfertig gesagt worden. Es gab auch Belästigungen durch eine Stalkerin. Diese Dinge und dann die Beleidigungen haben Pastor Egwim nach seinen Worten dazu veranlasst, die Gemeinde zu verlassen.

War es möglicherweise ein Fehler des Bistums, in einer eher konservativen Gemeinde einen Dritte-Welt-Pastor einzusetzen. Eine Entscheidung, mit der St. Josef ab Januar ja erneut konfrontiert wird...
In einigen unserer Gemeinden sind Priester aus dem Ausland tätig. Gemeinsam haben wir gute Erfahrungen gemacht. Pater Jose, der ab Januar nach St. Josef kommt, ist seit mehreren Jahren im Emsland sehr erfolgreich aktiv. Er sieht seiner künftigen Aufgabe mit Zuversicht entgegen. Ich denke, dass die Menschen in Hollage ihn offenherzig empfangen werden.

Offensichtlich hat die katholische Kirche ja mit einem dramatischen Priestermangel zu kämpfen. Wie beurteilen Sie die Situation für das Bistum Osnabrück?
Der Priestermangel ist sicherlich ein Problem. Aber Priester aus dem Ausland werden bei uns nicht als Pro-blemlösung eingesetzt. So wie Geistliche aus dem Bistum Osnabrück in anderen Teilen der Welt tätig sind, so kommen von dort auch Pastöre zu uns. Natürlich sind wir froh, dass sie bei uns sind. Die katholische Kirche versteht sich ja als weltweite Gemeinschaft, in der wir uns gegenseitig stützen und bereichern.

 

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