14.05.2013, 16:09 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Kaiser in Kerßenbrock/Küingdorf Melle, Montag, 14.21 Uhr: Hoch lebe Kaiser Heiner


Neuenkirchen. Spät fiel er, aber er fiel. Montag um 14.21 Uhr holte Heiner Lange, der Präsident der Kerßenbrocker und Küingdorfer Schützen, den Adler von der Stange. Aber er ist kein König, sondern ein Kaiser, denn vor 25 Jahren war er schon einmal Schützenkönig. Die Königin an seiner Seite ist Agnes Hagedorn.

Der letzte Schuss beim Königsschießen ließ auf sich warten, anscheinend wollte keiner der Grünröcke das königliche Amt übernehmen. Da fasste sich Präsident Heiner Lange ein Herz und schoss den Adler ab. Unter viel Jubel und Hurra wurde er ins Festzelt getragen. Kaum angekommen, schien die Sonne, was die Schützen als positives Zeichen für die neue Regentschaft sahen. Während des Schießens hatte es ausdauernd geregnet. Die Heimatkapelle begleitete wie in den vorangegangenen Tagen die Veranstaltung.

Auch am Abend waren die Musiker unter der Leitung von Hans-Jörg Haferkamp aktiv und untermalten die Proklamation des neuen Kaisers. Bei leichtem Regen fuhr die Kutsche, gezogen von zwei Schimmeln, das alte Königspaar Peter Bartsch und Monika Witte ein. Ehrenpräsident Horst Große-Johannböcke bedankte sich für ein tolles Schützenfest, dass wieder einmal die Gemeinschaft der Schützen gezeigt, aber auch gestärkt habe.

Dann kam der große Moment. Zunächst übergab Monika Witte ihre Krone an Agnes Hagedorn, dann übernahm Heiner Lange die Kette des ehemaligen Schützenkönigs Peter Bartsch. Lange ist erst der zweite Kaiser in den Reihen des Schützenverein Kerßenbrock/Küingdorf. Nach der Proklamation ging es für das majestätische Duo in der Kutsche zum Schützenhaus. Die Ehrenpaare Franz-Josef Klocke und Elisabeth Tapmeyer sowie Helmut Brinckmann-Tapmeyer und Karin Klocke und die Portemonnaie-Träger Franz-Josef Hagedorn und Annette Lange schlossen sich an. Im Zelt fand das Schützenfest seinen geselligen Abschluss.

Der letzte Tag hatte aber schon vor dem Schießen begonnen. Beim morgendlichen Antreten geschah etwas Ungewöhnliches. Seit 35 Jahren treten die Schützen auf dem Hof Kückenbusch an. Wegen des anhaltenden feinen Regens verlegten die Grünröcke die Zeremonie zum ersten Mal in die Diele des Hofes.

Dann stand noch das traditionelle Schützengericht auf dem Programm, das wieder ein voller Erfolg war. Richter Arnd Rosensträter, Staatsanwalt Mathias Rosensträter sowie Verteidiger Sebastian Spangenberg verhandelten auch in diesem Jahr abwechslungsreiche und interessante Fälle. Die Angeklagten Stefan Kückenbusch und Heinz-Theo Rosensträter wurden sofort in den Käfig gesperrt. Der Staatsanwalt warf ihnen „Vereinsterrorismus“ vor. Andere Verbrechen waren zum Beispiel „Völlerei“ oder „akute Faulheit“. Auch wenn das Schiedsgericht durch Bier bestechlich war, musste jeder Angeklagte seine Strafe zahlen. Auf diese Weise kamen 290 Euro zusammen, die an die Caritas- Sozialstation in Wellingholzhausen gespendet werden.


0 Kommentare