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Pilotprojekt: Scheint bald die Sonne auf Kommando?

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Pilotprojekt: Scheint bald die Sonne auf Kommando?

Osnabrück (fr)
Scheint demnächst über dem Flugplatz Atterheide stets die Sonne und regnet es dafür verstärkt im benachbarten Westfalen? Diese auf den ersten Blick kuriose Frage hat einen ernsthaften Hintergrund: Demnächst soll ein technisches Verfahren russischer Wissenschaftler unter Begleitung durch Prof. Dr. Helmut Lieth vom Institut für Umwelt-Systemforschung (Uni Osnabrück) im Feldversuch erprobt und weiter erforscht werden.

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Lieth, der sich das Verfahren kürzlich in Moskau von Dr. Alexej Tikhonow und seinem Mitarbeiter Yuri Kourdas hatte demonstrieren lassen, ist trotz zahlreicher Skeptiker fasziniert. „Wenn Forschung und Wissenschaft nie Mut bewiesen hätten, auch Ungewöhnliches zu wagen, wären wir nicht weitergekommen“, sagte er. Für den Fall, dass sich das System als erfolgreich herausstelle, ist Lieth überzeugt: „Das wäre ein Knüller, denn fast jeder internationale Flughafen hätte Bedarf, und es gäbe eine Möglichkeit, Regen in Trockengebieten zu erzeugen.“ Das Verfahren selbst setzt auf die Ionisation von Luftkörpern durch hoch frequente Impulse. Gesteuert wird das System durch etwa einen Meter hohe und breite Antennenkästen, die wie ein Käfig aussehen. Von hier werden die Impulse mit Unterbrechungen gegen die Windrichtung in den Himmel abgegeben. „Mit einer Größenordnung von etwa 25 Watt wird der Prozess initiiert“, erklärte der Professor.

Während der Demonstration in Moskau hat Lieth einen Film gedreht, der zeigt, wie innerhalb von vier Stunden ein kilometergroßes kreisrundes blaues Loch über dem Zielgebiet entstand, während ringsherum Regenwolken hingen. Lieth hat das Projekt gemeinsam mit den beiden russischen Entwicklern inzwischen beim Max-Planck-Institut in Hamburg, beim Forschungszentrum Karlsruhe und bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) in Langen bei Frankfurt vorgestellt. „Die Meteorologen waren ungläubig, aber die Leute vom DFS sehr interessiert“, berichtete er.

Natürlich handele es sich um ein Gebiet mit vielen Fragestellungen, aber als ehemaliger Präsident der International Society Biometeorological sei gerade das für ihn reizvoll. Lieth stellt daher in diesen Tagen bei der Deutschen Forschungsgellschaft einen Antrag auf Fördermittel für ein Pilotprojekt, bei dem er die Umweltverträglichkeits-Untersuchungen durchführen will. In etwa sechs Monaten könne es dann losgehen. Ein Gerät soll dazu auf dem Dach des ehemaligen Towers am Flugplatz Atterheide installiert werden, während eine zweites Gerät im Bereich des Universitätsgeländes mobil bleibe. Heinrich Schmihing, Präsident des Aero Clubs Osnabrück, will die Wissenschaftler unterstützen: „Wenn es den Club kein Geld kostet und alle Genehigungen der Ämter vorliegen, stehen wir mit Rat und Tat zur Verfügung.“ Umweltdezernent Dr. Dieter Zimmermann befürwortet das Vorhaben ebenfalls und sprach von einer „interessanten Pilotstudie“. Zur Zeit werde noch geprüft, ob von den Anlagen ein Strahlenrisiko ausgehen könne.

 

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