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In London wird er „Berliner Mauer“ genannt
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Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung 06. Juni 2006 00:00 Uhr


In London wird er „Berliner Mauer“ genannt

Die deutschen WM-Spieler (Folge 21): Robert Huth
Vialli lockte ihn zum FC Chelsea

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Wurzeln: Robert Huth begann bei Fortuna Biesdorf und wechselte von hier zum 1. FC Union Berlin. Er schaffte den Sprung in die deutsche U-15- bzw. U-16-Nationalmannschaft. Im Sommer 2000 wurde der 16-Jährige von mehreren Klubs umworben, unter anderem von Hertha BSC Berlin, Hansa Rostock und Borussia Mönchengladbach. Aber auch dem englischen Premier-Klub FC Chelsea London war der gebürtige Berliner bei einem U-15-Länderspiel aufgefallen. Dessen Trainer Gianluca Vialli versprach Huth, er werde einen Klasse-Verteidiger aus ihm machen.

Karriere: Gegen den anfänglichen Widerstand seines Vaters ging er als Nachwuchskicker nach England und wechselte zur Stamford Bridge. Huth erhielt damals bei Chelsea, wo noch niemand an den russischen Öl-Milliardär und späteren Klub-Boss Abramowitsch dachte, einen Vierjahresvertrag, der als Leistungen freie Kost und Logis und ein besseres Taschengeld beinhaltete. Ab seinem 17. Geburtstag trat dann ein richtiger Profivertrag in Kraft, der ihm rund 185000 Euro jährlich garantierte. Obwohl er nicht zum Stammkader gehörte und zeitweise nicht einmal auf der Chelsea-Bank saß, schaffte er im August 2004 gegen Österreich beim Einstand von Jürgen Klinsmann als Bundestrainer den Sprung in die A-Nationalelf.

Über ihn: „Der holzt immer voll dazwischen, hat ein Super-Kopfballspiel, und im Spielaufbau hat er sich enorm verbessert.“ Sein einstiger Weggefährte Robert Kneissl.

Zitat: „Die Entscheidung, nach England zu gehen, war absolut richtig, denn als junger Spieler wirst du hier nicht nur mehr gepusht, man schenkt dir auch mehr Vertrauen.“

Privates: Der Sohn eines Kraftfahrers und einer Kindergärtnerin aus Berlin-Marzahn fühlt sich in England sehr wohl. „Der Fußball törnt mich hier richtig an, und auch London ist eine Hammerstadt: größer, besser und einfach geiler als Berlin.“ Er kann sich vorstellen, in der Themse-Metropole sein ganzes Leben zu verbringen. „Hier wird man stärker abgeschirmt. Der Trainer macht die Öffentlichkeitsarbeit. Interviews gibt man als Spieler kaum, und es will auch niemand die Handynummer haben.“ Wegen seiner Größe, Härte und Unerbittlichkeit im Zweikampf wird er in London auch die „Berliner Mauer“ genannt.

Besonderes: In seiner Wahlheimat vermisst er lediglich seine Berliner Döner-Bude. Den Dalai-Lama sieht er als wichtigste Person der Zeitgeschichte. Er hat eine feste Freundin.

 

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