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Gladbacher Identifikationsfigur
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Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung 24. Mai 2006 00:00 Uhr


Gladbacher Identifikationsfigur

Die deutschen WM-Spieler (Folge 13): Marcell Jansen
Ein Leben für die Borussia

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Wurzeln: Marcell Jansen stammt aus dem Gladbacher Stadtteil Lürrip. In der F-Jugend begann er beim SV Mönchengladbach 1910 und machte schon dort auf sich aufmerksam, als er beim 5:0 über den „Fohlen“-Nachwuchs alle Treffer erzielte. In der folgenden Altersstufe wechselte er zur Borussia, für die auch sein Vater in der Amateurmannschaft gespielt hatte. Seit der E-Jugend hält er also dem früheren Meisterklub, für den er in der U 18 den ersten DFB-Einsatz bestritt, die Treue.

Karriere: Jansen war stets einer der Jahrgangsbesten und beeindruckte als Stürmer durch Schnelligkeit und Torgefährlichkeit. Während der Pubertät jedoch hatte er mit Wachstumsstörungen und die dadurch bedingten Koordinationsprobleme zu kämpfen. Auch wenn er zunächst wenig davon begeistert war: Die Jugendtrainer funktionierten ihn zu einem Spieler für die linke Außenbahn um. „Marcell hat einen starken linken Fuß, ist schnell und kann präzise flanken“, urteilte Ex-Profi Thomas Kastenmeier, der ihn in der B-Jugend coachte. Noch in der A-Jugend nahm ihn der damalige Borussia-Coach Ewald Lienen in den Bundesliga-Kader, wo er allerdings ohne Einsatz blieb. Gefördert und gefordert wurde Jansen vielmehr von Horst Köppel in der Oberliga-Mannschaft. Unter Dick Advocaat bestritt er Ende 2004 sein erstes Bundesligaspiel gegen Hertha BSC Berlin und erlebte so „die Erfüllung meines Jugendtraumes“. Getoppt wurde das durch einen Anruf von Jürgen Klinsmann, der den dynamischen Mann an der Außenlinie im August in den Kader für die beiden Spiele gegen Slowakei und Südafrika berief und ihm das Debüt in der Nationalelf ermöglichte.

Über ihn: „Ein echtes Gladbacher Eigengewächs, ein Fohlen, inmitten einer Multi-Kulti-Truppe. Bodenständig, freundlich, offen. Eine Art Identifikationsfigur für die Fans nach den Klub-Einkäufen aus aller Herren Länder“, urteilte der „Kicker“ am 28. Januar 2005.

Zitat: „Ein ruhiger Typ, der jedoch auf dem Platz auch einmal unbequem werden kann. Er bringt alles mit, ich traue ihm etwas zu.“ (Horst Köppel, nach Saisonende bei Gladbach entlassener Cheftrainer)

Persönliches: Jansen besuchte in Mönchengladbach die Gesamtschule Volksgarten, legte hier sein Fachabitur ab und begann danach in der Jugendabteilung der Borussia ein freiwilliges soziales Jahr. Das Einzelkind hat sein privates Umfeld nicht geändert, indem er noch bei seinen Eltern lebt. Jansen, der im vergangenen Herbst seinen Vertrag bei der Borussia vorzeitig bis 2009 verlängerte, interessiert sich für Fremdsprachen und geht in seiner Freizeit besonders gern schwimmen.

 

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