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"Werde keiner, der anderen an die Gurgel geht"
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Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung 19. Mai 2006 00:00 Uhr


"Werde keiner, der anderen an die Gurgel geht"

Die deutschen WM-Spieler (Folge 9): Timo Hildebrand
Zum Debüt ausgerechnet ein Debakel

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Wurzeln: Timo Hildebrand begann mit sechs Jahren beim FV Hofheim mit dem Fußball, sein erster Trainer in der F-Jugend war sein Patenonkel. Schon früh wurde seine Begeisterung fürs Torhüterspiel geweckt. Als 16-Jähriger verließ er seine Familie und seinen in der Nähe von Worms gelegenen Heimatort und wechselte zum VfB Stuttgart, wo er in das Jugendinternat einzog.

Spitzname: "Die Katze von Hofheim."

Karriere: Timo stand vor dem Problem, dass Franz Wohlfahrt, Marc Ziegler und später Achim Hollerieth bei der Besetzung des Torhüterpostens in der Bundesligamannschaft vor ihm standen. Sogar bei den VfB-Amateuren war er manchmal nur Ersatz. Seine große Stunde kam, als er nach einer Verletzung Wohlfahrts am 26. November 1999 beim SC Freiburg seine erste Chance erhielt. Er nutzte sie. Über die beiden Spielzeiten 2002/2003 und 2003/2004 hinweg blieb er 884 Minuten ohne Gegentor und stellt damit einen neuen Bundesliga-Rekord auf. Sein Debüt in der Nationalmannschaft gab er am 28. April 2004 in der zweiten Halbzeit beim 1:5-Debakel gegen Rumänien in Bukarest. Als er kam, stand es bereits 0:4.

Vorzüge: Er hat seine Stärken in der Reaktionsschnelligkeit, im guten Stellungsspiel und in seinen schnellen Reflexen auf der Linie. Er zeigt sich abgeklärt im Spiel Eins gegen eins.

Persönliches: Der in einem Altbau im Stuttgarter Westen lebende „Mädchenschwarm“, der mit Freundin Christine liiert ist, absolvierte nach der mittleren Reife eine Ausbildung zum Großhandelskaufmann. Dass der zweite Sohn eines Bahnangestellten schon früh eine bemerkenswerte Persönlichkeit war, belegte die Tatsache, dass er bereits als 20-Jähriger beim VfB in den Spielerrat gewählt wurde.

Über sich: „Ich wäre kein guter Torwart, wenn ich zufrieden wäre. Den Ehrgeiz, auch in der Nationalelf die Nummer eins zu sein, habe ich.“

Über Oliver Kahn: „Ich möchte keiner werden, der anderen an die Gurgel geht. Die Situation mit Klose war überzogen. Man geht einem Kollegen nicht an die Nase – auch und erst recht keinem Kumpel aus der Nationalelf.“

Zitat: Er hört gerne Musik (Black Music und House) und spielt am Computer. Außerdem geht er gerne ins Theater.

 

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