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Hansalinie bleibt Nadelöhr bis ins nächste Jahrzehnt

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Hansalinie bleibt Nadelöhr bis ins nächste Jahrzehnt

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Berlin/Osnabrück (hab).
Die ,,Hansalinie" zwischen Osnabrück und Hamburg wird wohl bis in das nächste Jahrzehnt hinein ein Nadelöhr bleiben. Nach Einschätzung des Bundesverkehrsministeriums ist erst in ,,etwa fünf bis acht Jahren" damit zu rechnen, dass über den Abschnitt Lotter Kreuz/Osnabrück-Nord hinaus weitere Teilbereiche der Autobahn 1 auf sechs Spuren verbreitert werden können.

Wie Experten des Ministeriums jetzt in einer Veranstaltung der Landesgruppe Niedersachsen der SPD-Bundestagsabgeordneten in Berlin erläuterten, verschlingt der sechsspurige Ausbau der gut 200 Kilometer langen Strecke zwischen Osnabrück und Hamburg über zwei Milliarden DM. Sowohl planerisch als auch finanziell müssten erst noch die Voraussetzungen für eine durchgängige Verbreiterung der A1 geschaffen werden. Vor allem im nördlichen Bereich sei die Autobahn bislang in einer nachrangigen Dringlichkeitsstufe (,,weiterer Bedarf") eingeordnet.

Am weitesten gediehen sind die Vorbereitungen zwischen der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen und dem Lotter Kreuz sowie zwischen dem Lotter Kreuz und der Anschlussstelle Osnabrück-Nord. Diese beiden Abschnitte wurden in das ,,Anti-Stau-Programm" der Bundesregierung aufgenommen; ab 2003 sollen dafür die Mittel (insgesamt 119,2 Millionen DM) fließen. Vorher muss allerdings noch das Planfeststellungsverfahren zum Abschluss gebracht werden.

Vorhanden ist ein Planfeststellungsbeschluss zwar bereits für den Abschnitt zwischen Lohne/Dinklage und dem Ahlhorner Dreieck; wegen der knappen Mittel wurde die 160 Millionen DM teure Verbreiterung jedoch einstweilen zurückgestellt und stattdessen eine Grunderneuerung für 75 Millionen DM in Angriff genommen. Bautechnisch sollten jedoch schon jetzt Vorkehrungen für die Ausdehnung auf sechs Spuren getroffen werden, hieß es im Verkehrsministerium.

Für die Strecke zwischen Osnabrück-Nord und Bramsche befindet sich dem Ministerium zufolge ein Vorentwurf in der Prüfung. Für die restlichen der insgesamt zehn Ausbauabschnitte auf niedersächsischem Gebiet gelte, dass es hier entweder überhaupt noch keine Planung oder lediglich eine Einstufung in den ,,weiteren Bedarf" gebe. Zu dieser Kategorie zähle auch das Teilstück zwischen Bramsche und Lohne/Dinklage. Zwar habe Niedersachsen den sechsspurigen Ausbau der A1 auf voller Länge als prioritäre Maßnahme für den neuen Bundesverkehrswegeplan angemeldet, die Chancen noch nicht baureifer Abschnitte wurden jedoch von den Ministerialbeamten in Berlin skeptisch beurteilt.

Auf die Frage, wann denn neben den per Sonderprogramm finanzierten Abschnitten bei Osnabrück mit der Verbreiterung weiterer Teilstücke zu rechnen sei, gab es eher vage Angaben. Klaus Lohrberg, stellvertretender Leiter der Grundsatzabteilung im Bundesverkehrsministerium, sprach von ,,etwa fünf bis acht Jahren". Eine Prognose für den kompletten Ausbau auf sechs Spuren wagte er nicht.

Gewürdigt wurde in der Veranstaltung der SPD-Landesgruppe, wie sehr Niedersachsen von den Verkehrsinfrastrukturprogrammen der rotgrünen Koalition profitiere. Die parlamentarische Staatssekretärin im Verkehrsressort, Angelika Mertens (SPD), rechnete vor, dass auf dieses Bundesland aus dem Investitionsprogramm für den Ausbau von Fernstraßen, Schienenwegen und Wasserstraßen bis 2003 gut 3,8 Milliarden DM entfielen. Aus dem ,,Anti-Stau-Programm" gebe es weitere 630 Millionen DM, und mit dem Zukunfts-Investitionsprogramm aus der Versteigerung der UMTS-Lizenzen könnten noch einmal Projekte in Höhe von 312 Millionen DM finanziert werden.

Die Staatssekretärin, die zudem auf Sondermittel im Zuge der Expo verwies, nannte als Beispiele für bedeutende Investitionsmaßnahmen in Niedersachsen u.a. den Lückenschluss der Emslandautobahn und die Finanzierung von über 40 Ortsumgehungen. Dies sei umso höher zu würdigen, als die alte unionsgeführte Bundesregierung im Verkehrsbereich eine Deckungslücke von knapp 100 Milliarden DM hinterlassen habe.





 
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