23.03.2007, 23:00 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Das lauteste Geräusch seit Menschengedenken

Im August 1883 wurde die Welt von einer Naturkatastrophe globalen Ausmaßes heimgesucht. Der Ausbruch des Vulkans Krakatau in der Sunda-Straße zwischen den Inseln Java und Sumatra verursachte das lauteste Geräusch seit Menschengedenken.

Die Explosion mit einer Stärke von 200 Megatonnen TNT war noch auf der 5000 km entfernten Insel Rodriguez bei Mauritius zu hören, die entwichenen Gase änderten das Weltklima.

Der folgende Tsunami mit Höhen um 30 Meter war verheerend. Die Zahl der Toten wird auf etwa 36000 Menschen geschätzt. Ab 1927 wuchs an der Stelle, wo der Krakatau stand, ein neuer Vulkan mit dem Namen Anak Krakatau (Kind des Krakatau) aus dem Meer. Er ist heute 450 Meter hoch und wächst noch immer - in einem Gebiet, in dem Millionen Menschen leben.

Regisseur Sam Miller erzählt die Ereignisse aus der Sicht des Vulkanologen Rogier Verbeek (Kevin McMonagle), der die Katastrophe überlebte. Anhand seiner Aufzeichnungen und der Tagebucheintragungen der Offiziersfrau Johanna Beijerinck (Olivia Williams) ist es möglich, die Vorgänge zu rekonstruieren. Glühendes Magma, gewaltige Staubwolken oder zerstörerische Tsunamis wurden mit Computer-Bildern realisiert, Spielszenen verdeutlichen die Auswirkungen auf die Menschen.

Miller gelingt es zwar, die Dimension der Katastrophe zu verdeutlichen, doch zuweilen verliert sich die Produktion in ihrer Mischung aus Doku und Drama. Weder wissenschaftliche Aspekte noch die Biografien werden vertiefend abgehandelt. Ein Zugeständnis an das potenzielle Massenpublikum.


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