31.08.2005, 22:00 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Farbe mit ruhendem Reiz und Flächen mit Rhythmus

Für Karl August Wilhelm Wierspecker ist es eine Rückkehr zu seinen Wurzeln: "Ich komme immer wieder gerne nach Bad Essen." Zu einer neuen Ausstellung lädt der Kunst- und Museumskreis Bad Essen am Freitag, 2. September, in den Schafstall ein. Karl A. W. Wierspecker präsentiert Ölbilder und Zeichnungen.

Der in Düsseldorf lebende Künstler wurde 1933 in Melle geboren und verlebte seine Kindheit (mit drei Geschwistern) bis zum Kriegsende in Bad Essen. Er erlernte den Beruf des Schreiners. Studierte später Architektur, Grafik, Bildhauerei und Pädagogik in Krefeld und Düsseldorf. Nach anfänglichen Arbeiten in Holz widmete er sich der Freien Grafik, begann mit der Malerei, experimentierte dann mit anderen Materialien und entwickelte seit 1967 seine "Openings" in Holz, Pappe, Kunststoff und Metall.

Trotz zahlreicher Einzel- und Gruppenausstellungen seit 1958 war er zeitweilig auch als Lehrer für Kunst und Werken tätig. Im Jahr 1969 erfolgte die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft zur Findung neuer Produkte für große deutsche Unternehmen, von 1971 bis 1994 war er erfolgreicher Geschäftsführer und Inhaber einer Werbeagentur und knüpft seither wieder intensiv an seine frühere künstlerische Tätigkeit an.

Das schöpferische Werk bis 1969 und ab 1994 ist in konsequenter Weise auf sein Hauptthema bezogen, nämlich die puristisch - abstrakte Kunst der Wahrnehmung und hier insbesondere die konstruktiven Prinzipien von Fläche und Raum. Seine Bilder argumentieren gleichsam in deren Spannungsverhältnis. Manchmal verbleiben die Elemente geometrischer Formen - meist Drei- und Rechtecke, Quadrate und Trapezformen - dezidiert in der Fläche angeordnet, häufiger jedoch etablieren sich einzelne Formen als plastische Gebilde im Raum und wirken wie dreidimensionale Körper, die durchaus Assoziationen mit kubischen Raumobjekten der modernen Architektur hervorrufen können. Die Darstellungen fordern den Blick den des Betrachters geradezu heraus. Nach längerem Betrachten gelingt es dem Auge, die richtige Tiefenschärfe einzustellen und so über die malerische Flächenstruktur hinaus die illusionistische Raumstruktur des Bildes zu entdecken. Die vermeintlich einfachen geometrischen Motive sorgen für einen "optischen Sog", die Bilder wachsen dabei wie Kristalle.

Morgen ab 20 Uhr ist der Künstler im Schafstall persönlich anwesend. Die Ausstellung wird eröffnet von Dr. Caspar Sieveking (Begrüßung) und Dr. Gerhard vom Hofe (Einführung) und ist bis einschließlich 6. November geöffnet, täglich von 15 bis 18 Uhr, außer montags.


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