25.03.2005, 23:00 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Engagierte junge Leute prägen Lingens Gesicht

Was wäre wenn? Was wäre, wenn die zahlreichen Jugendgruppenleiter in Lingen - allein in den katholischen Kirchengemeinden des Dekanats sind es bereits zwischen 400 und 500 - von einem Tag auf den anderen die Füße hoch legen und "ihre" Jungen und Mädchen in den Gruppen allein lassen würden?

Das Gesicht einer Stadt wie Lingen würde sich verändern - zu ihrem Nachteil. Zufriedene Gesichter gab es dagegen jetzt im Lingener Rathaus. Vertreter der Verwaltung mit der zuständigen Dezernentin Dr. Claudia Haarmann an der Spitze sprachen der Initiative "Jugend im Ehrenamt" ihren Dank für die unermüdliche Arbeit bei der sinnvollen Freizeitgestaltung junger Menschen aus.

Die Initiative "Jugend im Ehrenamt" gibt es seit März 2001. Wie Dekanatsjugendreferent Holger Berentzen ausführte, besteht diese aus einem Zusammenschluss verschiedener Vereine, Organisationen und Verbände, die ehrenamtliche Jugendarbeit leisten. Die Initiative trifft sich regelmäßig, um größere Aktionen zu besprechen, sie organisiert Fortbildungen für die jungen Gruppenleiter/innen und ist auch deren Sprachrohr nach außen: "Wir wollen deutlich machen, welches hohe Maß an Kompetenz sich die jungen Leute erworben haben und wie wichtig es ist, dass ihre Arbeit auch gewürdigt wird", sagte Dekanatsjugendreferent Berentzen.

Zum Beispiel durch Preisermäßigungen, die Besitzern einer Jugend-Leiter-Card ("JuLeiCa") bei der Nutzung einiger öffentlicher Einrichtungen und einer Hand voll Geschäften in Lingen gewährt werden. Die Initiative hätte natürlich nichts dagegen, wenn die Liste noch verlängert würde, zum Beispiel durch das Linus-Bad oder das Kino.

"Wir können uns bei den Jugendlichen nur bedanken", hob Dezernentin Dr. Claudia Haarmann den vielfältigen Einsatz in den Gruppen hervor. Vieles in der Jugendarbeit der Stadt könnte nicht so laufen, wenn es dieses ehrenamtliche Engagement junger Menschen nicht gebe. Frau Haarmann wies darauf hin, dass die Stadt die Jugendleiter/innen auch weiterhin unterstützen werde. Als Beispiel nannte sie den kommunalen Zuschuss bei Fortbildungsmaßnahmen. Björn Roth, Mitglied der Initiative "Jugend im Ehrenamt", gab den Ball zurück: Auch das Engagement einer Stadt wie Lingen für diese Altersgruppe sei durchaus nicht selbstverständlich.

Zwei größere Aktionen plant die Initiative in diesem Jahr. An zwei Samstagen im Juni ist die Durchführung von im wörtlichen Sinne großen Spielen geplant, "Menschenkicker" ist so ein Beispiel. Im Oktober findet außerdem ein Stationslauf in Lingen statt, damit sich die einzelnen Vereine und Verbände in der Jugendarbeit noch besser kennen lernen können.

Klein und zierlich ist die "JuLeiCa", die Sonja Herbrüggen in der Hand hält. Um sie zu erhalten, hat die Jugendliche, die sich in der katholischen Landjugend in Baccum engagiert, viel Zeit investieren müssen. Keine verlorene Zeit. Über die Schulen gibt es die Möglichkeit, sich dieses ehrenamtliche Engagement bescheinigen zu lassen, um es dem Zeugnis beizufügen. Es ist kein Geheimnis, dass Arbeitgeber bei Einstellungsgesprächen zunehmend auch auf so genannte Schlüsselqualifikationen wert legen. Die "JuLeiCa" attestiert eine tolle Note in sozialer Kompetenz.


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