13.07.2008, 22:00 Uhr zuletzt aktualisiert vor

„Dem Tüchtigen hilft das Glück“

Eine Ehrenurkunde zum 100-jährigen Bestehen der Tischlerei Borkowski überreichte der Präsident der Handwerkskammer, Karl-Heinz Brünger, Firmenchef Ulrich Borkowski. Foto: Stefanie AdomeitEine Ehrenurkunde zum 100-jährigen Bestehen der Tischlerei Borkowski überreichte der Präsident der Handwerkskammer, Karl-Heinz Brünger, Firmenchef Ulrich Borkowski. Foto: Stefanie Adomeit

Gegründet wurde die Tischlerei Borkowski vor 100 Jahren im fernen Ostpreußen. Doch wie verwurzelt Firmenchef Ulrich Borkowski und seine Mannschaft heute in Hilter-Hankenberge sind, machte schon der Schauplatz der Jubiläumsfeier deutlich. Im Schützen- und Heimathaus feierte die Familie Borkowski den runden Firmengeburtstag mit ihren Angestellten und zahlreichen Gästen.

Dass ein Handwerksbetrieb seit 100 Jahren besteht, ist außergewöhnlich. Das bestätigte auch der Präsident der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland dem Familienbetrieb. „Als die Firma zur Zeit von Kaiser Wilhelm II. gegründet wurde, brauchte es viel Pioniergeist“, erklärte Karl-Heinz Brünger und bescheinigte dem Firmenchef und seinen Vorfahren Marktgespür und visionäres Denken. „Doch dem Tüchtigen hilft das Glück.“

Begeistert von der Leistungsfähigkeit des Betriebes zeigte sich auch Kreishandwerksmeister Horst Glüsenkamp. Entscheidenden Anteil an dieser Leistungsfähigkeit haben seiner Ansicht nach aber auch drei starke Frauen, die hinter dem erfolgreichen Mann Ulrich Borkowski stehen: Seine Mutter Wilma, der ruhende Pol des Betriebs, seine Ehefrau Hannelore und seine Schwester Doris.

Und die Liebe zum Werkstoff Holz setzt sich fort. Sohn Hendrik steckt mitten in seiner Gesellenprüfung zum Tischler. Dass Ulrich Borkowski seinem Sohn die Begeisterung für das Handwerk vermitteln konnte, betrachtet der Obermeister der Tischlerinnung Osnabrück-Land als eine der größten Leistungen des Firmeninhabers. Ein Lob, das Ehefrau Hannelore Borkowski sichtlich rührte.

Gustav Borkowski hatte den Meisterbetrieb 1908 im ostpreußischen Kreis Mohrungen gegründet. Nach seinem Tod im Ersten Weltkrieg führte sein Bruder Hermann das Geschäft weiter. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Unternehmen im Osnabrücker Land neu gegründet, zunächst 1951 in Bad Laer, zehn Jahre später in Hankenberge. Als Firmenchef Ulrich Borkowski und seine Schwester Doris klein waren, kümmerte sich vor allem ihre Großmutter Anna um sie. Die Mutter half in dieser Zeit engagiert in der Firma mit. Ulrich Borkowski selbst legte seine Meisterprüfung vor 26 Jahren ab. Er übernahm den Betrieb, als sein Vater Arno 1987 mit nur 58 Jahren überraschend starb.

Statt Geschenken wünschte sich Ulrich Borkowski Spenden für das Wohnheim der Heilpädagogischen Hilfe an der Camminer Straße in Hilter. Das freute natürlich auch Bürgermeister Wilhelm Wellinghaus, der sich in seinem Grußwort regelrecht stolz auf die Hilteraner Handwerksbetriebe gezeigt hatte.

Heute gibt es in Deutschland etwa 42000 Tischlerbetriebe mit insgesamt 185000 Beschäftigten, die jährlich einen Umsatz von 17 Milliarden Euro erwirtschaften.


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