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Schulausfall in Stadt und Landkreis Osnabrück

Vom 01.02.2010, 23:00 Uhr, zuletzt aktualisiert 07.07.2010, 01:18 Uhr

Am Mittwoch können die Schülerinnen und Schüler der allgemeinbildenden Schulen und der Berufsschulen in Stadt und Landkreis auf das frühe Aufstehen verzichten, denn die Schule fällt aufgrund des Wetters aus. Das teilten die Stadt und der Landkreis Osnabrück am Dienstagabend mit. Die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) informiert, dass dementsprechend auch keine Schulbusse fahren werden. Wie sich die Wetterlage auf den übrigen Busverkehr auswirkt, sei bislang noch unklar.

Am Abend wurde jedoch von einem Regelbetrieb mit Einschränkungen in Hang- und Randlagen ausgegangen. Bereits am Dienstag hat das Winterwetter wieder für erhebliche Einschränkungen gesorgt.

Ständiges Schneetreiben, vereiste Straßen, aber kein Streusalz: Die chaotischen Wetterverhältnisse haben von Dienstagmorgen bis zum Nachmittag den kompletten Busverkehr bei der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) lahmgelegt. Betroffen waren sowohl die Stadt Osnabrück wie auch der Landkreis.

Endstation Neumarkt: So hieß es am Dienstag ab 9.45 Uhr für die Fahrgäste, die mit den Bussen der VOS unterwegs waren. Sie wurden freundlich, aber bestimmt gebeten auszusteigen. Auch wer von hier aus weiterfahren wollte, hatte Pech: Nichts ging mehr, der Busverkehr wurde komplett eingestellt.

Zunächst informierten fünf Mitarbeiter der Stadtwerke an den Bussteigen am Neumarkt geduldig die Fahrgäste über die aktuelle Situation. Denn: Sämtliche Busse fuhren ins Depot. Die spiegelglatten Straßen vor allem an den großen Kreuzungen und auf Anhöhen ließen den Stadtwerken keine andere Wahl.

Verständnisvolle Fahrgäste

„Die meisten Fahrgäste reagieren verständnisvoll“, berichtete Guido Jakob vom Servicebereich der Stadtwerke, der zusammen mit seinem Kollegen Harald Zobel am Neumarkt stand. Seit 9.45 standen die Räder still. So war es auch auf den großen Anzeigetafeln zu lesen: „Busverkehr vorübergehend eingestellt“.

Detlef und Elisabeth Ölmann erkundigten sich bei Guido Jakob, wie sie denn jetzt wohl nach Vehrte kommen sollen. Das Ehepaar hatte frühmorgens einen Arzttermin und musste jetzt überlegen, wie die Strecke in den Belmer Ortsteil bewältigt werden konnte. Kurzerhand gehen sie gegenüber in die Sparkasse und rufen ein Taxi.

Eine andere Dame sah die aktuelle Lage nicht so gelassen: „Ich muss bis zum Dodesheider Waldfriedhof, dort steht mein Auto. Ich kann doch nicht zu Fuß die sieben Kilometer laufen.“ Jakob und Zobel konnten nur mit netten Worten trösten. Um kurz vor elf waren nach Aussage der beiden 99,9 Prozent aller Busse am Neumarkt eingetroffen, wo zwangsweise die Reise endete.

Etwas unglücklich hatte es einige Bahnreisende erwischt, die um kurz nach zehn den Hauptbahnhof erreichten. Die Anzeigetafeln waren hier noch nicht aktualisiert: „Die Leute wussten nicht wohin“, schilderte ein Mann aus Rheine, der um 11 Uhr einen Termin im Ärztehaus des Klinikums hatte. Er teilte sich kurzerhand mit drei Fremden ein Taxi.

Wenig später waren Fahrer in Stadtwerke-Pkw auf den Linien unterwegs, um die Kunden an den Haltestellen zu informieren. Außerdem war Info-Personal am Hauptbahnhof, Neumarkt, auf der Kamppromenade, am Hasetor, Heger Tor, Berliner Platz und am Rosenplatz platziert.

Notbetrieb wieder aufgenommen

Nach mehreren Sitzungen beschloss der Krisenstab am Nachmittag, dass der Verkehr im Notbetrieb wiederaufgenommen werden konnte. Ab Neumarkt rollten die Busse der VOS wieder auf allen Hauptachsen, jedoch mit Einschränkungen: „Zur Sicherheit unserer Fahrgäste werden Randlagen und Steigungsgebiete auch weiterhin nicht von uns angefahren“, betonte Dieter Otte, Leitung Stadtbus. Der normale Taktverkehr in der Stadt war nicht aufrechtzuerhalten.

Immerhin: Für Fahrgäste in Richtung Bramsche und Sutthausen bot die Nordwestbahn die Nutzung ihrer Züge an. Apropos Bahn: Auf der Strecke des Haller Willem gab es morgens zeitweise kleine Verspätungen, der Fernverkehr rollte nach Auskunft einer Bahnsprecherin normal.

Die Polizei in Osnabrück registrierte etwa 40 wetterbedingte Unfälle. Nur in drei Fällen gab es Leichtverletzte, ansonsten blieb es bei Blechschäden. Probleme gab es vor allem an den Steigungen auf der Knollstraße und Bremer Straße. Hier rückten Streufahrzeuge an und halfen mit Split aus.

Steigungen problematisch

Problematisch war es einmal mehr im Bereich des Dörenbergs zwischen Bad Iburg und GMHütte. Dort gab die Polizei schon früh den Hinweis, dass die B51 über den Berg für Lastwagen nicht passierbar sei. Ein Laster war allerdings schon an der starken Steigung liegen geblieben

Aus Sicherheitsgründen war auch die Bergstraße in Schledehausen zwischen der Ampelkreuzung Neue Straße/Krevinghauser Straße und der Straße „Am Sportplatz“ nur noch bergaufwärts befahrbar, die Gegenrichtung wurde gesperrt.