21.07.2005, 22:00 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Erinnerungen an Gefallene und Vermisste wurden wach

Tief beeindruckt zeigten sich viele Besucher einer Ausstellung des Heimatvereins Lünne im Haus Schmeing: An mehreren Stellwänden erinnerten zahlreiche Totenbilder an die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten aus der Gemeinde Lünne.

Die Vorsitzende Maria Bunge konnte viele Gäste willkommen heißen, unter ihnen auch einige Bürger, die sich noch gut an gefallene und vermisste Alterskameraden erinnern konnten. Immerhin ließen 54 zum Teil noch sehr junge Bürger aus der Gemeinde Lünne damals ihr Leben; 17 Kriegsteilnehmer aus Lünne werden noch immer vermisst.

Die Totenbilder waren von Elsa Borchert gesammelt und dem Heimatverein zur Verfügung gestellt worden. Ergänzt wird die Ausstellung durch diverse Zeitungsberichte. So wird beispielsweise das Leben von Alois Thünemann beschrieben, der zuletzt als Lehrer in Ankum tätig war. Auch Feldpostbriefe sind zu sehen. So schrieb ein junger Soldat aus Russland zum Muttertag an seine Mutter - vier Wochen später fiel er.

An die Schrecken des Krieges erinnerte sich auch Heinrich Fockers noch gut, der in der Eröffnungsveranstaltung über seine Erlebnisse im Afrikafeldzug berichtete, wo er unter Generalfeldmarschall Erwin Rommel diente.

Thema der Ausstellung ist ferner "Flucht und Vertreibung". Ein Lünner erinnerte sich, wie er als 15-Jähriger mit seiner Mutter und den Geschwistern aus Niederschlesien flüchten musste und schließlich in Lünne eine neue Heimat fand.

Zu sehen sind einige Orden, wie zum Beispiel das Eiserne Kreuz und das Mutterkreuz. Eine Feldposttasche enthält einen Durchschuss und rettete einem jungen Mann aus Lünne so vermutlich das Leben.

In einer Fotoserie, die im Jahr 1942 in Lünne von einer Fotografin aus dem Kriegsministerium in Berlin für die Wochenschau erstellt wurde, fanden sich einige ältere Lünner wieder. So auch Maria Jörlemann, die als kleines Mädchen auf dem elterlichen Hof Heskamp gemeinsam mit ihrem Bruder Helmut inmitten von Soldaten steht.

Die Fotos wurden seinerzeit vom Flugplatzkommandanten Johannes Brachen initiiert, der zuvor als Lehrer in Lünne gewirkt hatte. Weil der Zahn der Zeit an den alten Dokumenten genagt hatte, wurden die Fotos von Schülern der Foto-AG der Haupt- und Realschule in Spelle aufbereitet und präsentierten sich in der Lünner Ausstellung in einer sehr guten Qualität. Übrigens: die Ausstellung kann am "Tag des Denkmals" am 4. September oder nach vorheriger Absprache mit der Vorsitzenden Maria Bunge besichtigt werden.


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